Ferdinand und Luise
 

Nach Feierabend wird es still im Städtchen,
dann gehen spazieren die Burschen und die Mädchen.
Wenn's dunkel wird, nimmt jeder seinen Schatz,
und sucht zum Kosen, einen stillen Platz.
Ein Pärchen lenkt die Schritte nach der Wiese.
Links geht der Ferdinand und rechts Luise.

Sie sprechen beide von dem Stand der Saaten,
und dass das Obst besonders gut geraten.
Sie sagt, indem sie langsam weiter geht,
dass auch der Weizen diesmal sehr hoch steht.
Und er erzählt noch etwas vom Gemüse.
Links geht der Ferdinand und rechts Luise.

Mit kleinen Schritten geh'n sie langsam weiter,
stumm wird Luise, stumm wird ihr Begleiter.
Ihr Herz ist voll, so voller Liebesweh,
denn sie spazieren durch den grünen Klee.
Er nimmt die Hand ihr, zaghaft nur nimmt sie 'se.
Links geht der Ferdinand und rechts Luise.

Am Rand des Kornfelds setzen sie sich nieder,
im Hain, die Nachtigall singt Liebeslieder.
Der gute Mond, zieht sich diskret zurück,
er stört die beiden nicht in ihrem Glück.
Das Pärchen fühlt sich wie im Paradiese.
Links sitzt der Ferdinand und rechts Luise.

Dann ward es still..., erst nach 'ner langen Pause,
da gehen die beiden Arm in Arm nach Hause.
Der Mond kommt wieder (her)vor, der Pfiffikus,
und er erspäht noch einen letzten Kuss.
Noch einmal blicken beide nach der Wiese.
Rot wird der Ferdinand und blass Luise.

Was dort geschah, blieb lange Zeit im Dunkeln,
doch schliesslich fingen die Leute an zu munkeln.
Und was der Mond verschwieg im grünen Hag,
die Sonne bracht' es schliesslich an den Tag.
Ein kleines Kindchen spielt nun auf der Wiese.
Links gleicht es Ferdinand und rechts Luise.

 

Altes Volkslied

 

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